Grundlagen Luftdichtheitsmessung

Ein Gebäude verliert Energie nicht nur über die Leitung von Wärme durch die Gebäudehülle nach außen, sondern auch durch die Luftdurchlässigkeit dieser Hülle. Der Lüftungswärmeverlust wird durch den Austausch warmer Innenluft gegen kalte Außenluft verursacht. Der Luftaustausch erfolgt sowohl vom Benutzer gesteuert über Fenster, Türen und Lüftungsanlagen, als auch unkontrolliert über Fugen, Ritzen und sonstige Undichtigkeiten der Gebäudehülle. Dieser zweite Pfad für den Luftaustausch ist ein vom Benutzer nicht Charakteristikum der Gebäudehülle. Er sollte möglichst gering gehalten werden.

Der Luftaustausch über die Gebäudehülle hat seine Ursache in Druckdifferenzen zwischen dem Gebäudeinneren und der Umgebung. Diese Druckdifferenzen werden sowohl durch das Windfeld wie auch durch Temperaturunterschiede zwischen der Innen- und Außenluft (Kamineffekt) hervorgerufen. Der durch diese beiden Effekte verursachte Luftaustausch wird zusammen mit dem Einfluss des Nutzers als natürlicher Luftwechsel bezeichnet.

Als Maß für die Luftdurchlässigkeit einer Gebäudehülle kann zum Beispiel das ausgetauschte Luftvolumen pro Zeit dienen. Es lässt sich mit Hilfe einer Blower- Door bestimmen.

Das Messsystem Blower- Door besteht aus einem Gebläse, einem verstellbaren Rahmen, einem luftdichten Tuch, einem Differenzdruckmanometer und einer Volumenstrommesseinrichtung. Die Blower- Door lässt sich in Tür- oder Fensterrahmen einsetzen. Mit dem Gebläse wird zwischen dem Gebäudeinneren und der Umgebung eine Druckdifferenz aufrechterhalten, die zu einem Luftvolumenstrom durch alle Undichtigkeiten in der Gebäudehülle führt. Die Messung wird sowohl mit Über- als auch mit Unterdruck durchgeführt, da z.B. durch das Anpressen von Fenstern und Dichtungslippen die Luftvolumenströme bei gleichem Differenzdrücken für beide Fälle nicht notwendigerweise gleich groß sind.

Typische Stellen im Gebäude, an denen bei Messungen immer wieder zum Teil erhebliche Leckagen festgestellt wurden, sind z.B. die Dächer. Dort bereiten vor allem die Durchstoßpunkte von Pfetten und Sparren und der Übergang zur Wand Schwierigkeiten. Weitere typische Schwachstellen liegen im Bereich der Fenster und Außentüren. Generell ist zu beachten, dass unverputztes Mauerwerk nicht luftdicht ist. Dies kann dazu führen, dass im Extremfall Zugluft aus der Steckdose kommt. Beim Leicht- und Fertigbau erhöht sich die Anzahl der Fugen, so dass hier die gesamte Gebäudehülle mit einer luftdichten Barriere zu versehen ist. Diese muss so ausgebildet sein, dass sie durch das Verlegen von Versorgungsleitungen nicht wieder verletzt wird.

Als Maßzahl für die Luftdurchlässigkeit wird der Luftwechsel n50 in 1/h verwendet. Er gibt an, wie oft pro Stunde das Gebäudeluftvolumen bei 50 Pa Druckdifferenz gegen Außenluft ausgetauscht wird:


Zur Berechnung wird der Luftvolumenstrom V50 durch das Gebäudeluftvolumen V dividiert.

Der baubegleitende Einsatz ermöglicht, dass Schwachstellen bei der Luftdichtheit von Gebäuden frühzeitig erkannt und behoben werden können.

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